Zecken im Herbst - idealer Lebensraum unter Laub



Ausgelassen im Spätsommer und Herbst durch die Wälder streifen, Pilze oder  Kastanien sammeln und durch Laubhaufen toben. Wer mag das nicht? Nicht nur Hund und Mensch finden Gefallen an der bunten Pracht, auch Zecken schätzen die herabfallenden Blätter. Für diese entwickelt sich hier in Bodennähe unter dem Laub ein optimales Mikroklima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Dennoch sind die Blutsauger um diese Jahreszeit noch aktiv. Bekommen sie Kontakt zu einem Wirt, lassen sie sich von ihm mitschleifen in der Hoffnung auf eine Blutmahlzeit. Die Tiere können bei der Blutmahlzeit verschiedene Krankheitserreger auf Mensch und Tier wie z.B. Borreliose, FSME und Babesiose übertragen. Daher sollten Hundehalter ihre Tiere und sich selbst auch im Herbst und – in milden Wintern – sogar während der Winterzeit vor Zecken schützen. Denn Zecken sind ab einer Temperatur von 7°C aktiv.

Wo genau aktuell die Zecken noch aktiv sind, erfahren Sie unter www.zeckenwetter.de oder via Smartphone mit Hilfe einer kostenlosen App der MSD Tiergesundheit.

Besonders gern suchen sie zum Überwintern den Schutz von herabgefallenen Eichen- und Rotbuchenblättern auf, da diese besonders langsam verrotten und ihnen daher das Laub mehrerer Jahre als Schutz vor Schnee und Eis zur Verfügung steht. Das Mikroklima, das sich hier bildet, verhindert in der Regel langanhaltenden Dauerfrost und Temperaturen mit einem kritischen Wert für Zecken. Gleichzeitig schützt sie das Mikroklima mit der hohen Luftfeuchtigkeit vor dem Austrocknen während ihrer inaktiven Phase (Winterruhe).
Mit steigenden Temperaturen erwachen sie dann wieder aus ihrer Winterruhe. Optimale Lebens- und Entwicklungsbedingungen finden sie bei Temperaturen zwischen 17 bis 20°C Umgebungstemperatur und 80 bis 95% Luftfeuchtigkeit. Daher kommen Zecken in den hiesigen Breitengraden je nach Witterung vor allem von März bis Juni und dann wieder von September bis Oktober in großer Zahl vor. In trockenen Sommermonaten ziehen sie sich in Bodennähe zurück, vergraben sich im Laub, um nicht auszutrocknen, entsprechend weniger aktiv sind sie.

In südeuropäischen Ländern ist mit Zecken nahezu das ganze Jahr von Januar bis November zu rechnen. In nordeuropäischen Ländern ist Zeckenzeit aufgrund der niederen Temperaturen überwiegend von Juni bis September.